Die Wohngebäudeversicherung

Was umfasst eine Versicherung für Immobilien?

Ein Schaden am Gebäude bringt oft hohe Kosten mit sich. Zudem passiert es schnell, dass ein Sturm die Ziegel vom Dach holt oder Fenster durch Äste oder sogar umherfliegende Gegenstände bei den zunehmenden Stürmen in Deutschland zu Bruch gehen. Immobilienbesitzer können mit der Wohngebäudeversicherung zumindest die finanziellen Risiken senken. Zu den Risiken zählen nicht nur die Reparatur der Schäden, sondern auch der Wiederaufbau oder der komplette Neubau. Daher sollte die Versicherungssumme nicht den Zeitwert sondern den Neuwert bei notwendigem Neubau umfassen. Hier zählen auch zusätzliche Kosten wie beispielsweise der vorher erst notwendige Abriss des beschädigten Altbaus.

Bei der Hausversicherung geht es immer um Schäden, welche den immobilen Teil, also das Gebäude betreffen, oder Teile, welche mit dem Gebäude fest verbunden sind, wie etwa ein fest verlegter Boden, oder eine Einbauküche. Das Inventar gehört nicht mit zu den Leistungen einer Wohngebäudeversicherung, für alles was ohne Ausbau "aus dem Haus" entnommen werden kann ist grundsätzlich erst einmal die Hausratversicherung zuständig. Kommen andere im Haus, oder auf dem Grundstück, zu Schaden, so haftet hier die Grundbesitzerhaftpflicht. Was genau nun zur Wohngebäudeversicherung gehört, wer eine abschließen sollte, und welche Besonderheiten es gibt, wird im folgenden erläutert.

Welche Gefahren sind grundsätzlich durch eine Immobilienversicherung versichert?

    In den meisten Fällen besteht die Hausversicherung aus drei Teilen:
  • Feuerversicherung
  • Leitungswasserversicherung
  • Sturmversicherung.

Es werden Schäden übernommen, welche am Haus entstehen, aber auch fest Verbundenes wird versichert. Hierzu zählen fest verlegte Fußböden, Heizungsanlagen, Einbauküchen, oder Fußböden. Durch die integrierte Feuerversicherung werden Schäden abgedeckt, welche durch Blitzschlag, Brand, Implosion, und Explosion entstehen. Hier greift die Versicherung auch bei Geräten, welche fest eingebaut sind. Damit das Gebäude auch gegen Feuer versichert ist, müssen im Gebäude vorschriftsgemäß Rauchmelder angebracht sein. Fehlen die Rauchmelder, oder sind nicht betriebsereit gewesen, so wird der Schaden nicht übernommen.

Neben der Feuerversicherung beinhaltet die Wohngebäudeversicherung auch eine Leitungswasserversicherung. Diese kommt bei Schäden auf, welche durch Frost - und weiteren Bruchschäden, sowie Leitungswasser entstehen. Somit greift die Versicherung auch, wenn die Rohre wegen kalkhaltigen Wasser brüchig werden und einen Schaden verursachen. Es ist jedoch ganz wichtig darauf zu achten, dass nicht nur die Zuleitung im Schutz eingeschlossen ist, sondern auch die Abwasserkanäle. Natürlich entsteht bei zum Haus geführtem Wasser ein wesentlich höherer Druck von meist ca. 4,5 bar und die Wahrscheinlichkeit des Berstens an Übergangsstellen ist wesentlich höher. Wenn jedoch durch Rückstau oder ähnlichem Wasserschäden - sowie auch Allmählichkeitsschäden - entstehen, sind diese Beschädigungen oft nicht im Versicherungsschutz eingeschlossen und der Hauseigentümer bleibt somit auf dem Schaden sitzen. Müssen großflächig Abwasserrohre im Haus freigelegt und die Böden oder Decken saniert werden, kann sich jeder Hausbesitzer einmal ausrechnen, welchen finanziellen Umfang solch ein Schaden haben kann.

Zur Gebäudeversicherung gehört auch die Sturmversicherung. Diese zahlt bei Hagelschäden und Sturmschäden ab Windstärke acht. Deckt ein Sturm beispielsweise ein Dach ab, so kommt die Versicherung dafür auf. Auch die Folgeschäden werden abgedeckt, wenn es beispielsweise durch dieses Dach regnet. Damit man Gewissheit und eine Sicherheit hat, ob im versicherten Gebiet die Windstärke stark genug war und die Versicherung somit leisten muss, gibt es diverse Portale im Internet welche die Windstärke zum genannten Zeitpunkt genau ausweisen.

Durch die Wohngebäudeversicherung sind auch Schäden versichert, welche durch Einbruch entstehen. Einige enthalten außerdem eine Versicherung bei Rauch, Brandstiftung, umgestürzte gesunde Bäume, und Flugkörper. Hier gilt es alles genau zu lesen.

Die unterschiedlichen Gefahrenzonen

In Deutschland gibt es unterschiedliche Gefahrenzonen. Die Versicherungen nehmen diese Einteilung in Gefahrenzonen vor, da es regionale Unterschiede bezüglich der Risiken gibt. So sind etwa die Risiken für Leitungswasser - und Sturmschäden in Boltenhagen anders, als in Dortmund. Der Betrag der Wohngebäudeversicherung wird nach dieser Einstufung bemessen. Allerdings werden diese Einstufungen von den Versicherungen unterschiedlich vorgenommen, sodass sich die Beträge der Anbieter für den gleichen Standort erheblich unterscheiden können. Werden die Angebote der Versicherer zunächst miteinander verglichen, so lassen sich bis zu mehrere hundert Euro pro Jahr einsparen.

Für wen ist eine Wohngebäudeversicherung sinnvoll?

Eine gesetzliche Pflicht zur Absicherung durch eine Gebäudeversicherung besteht nicht. Dennoch sollten Hauseigentümer ihre Gebäude, beziehungsweise die eigene Wohnung, durch eine Wohngebäudeversicherung schützen, denn es handelt sich hier um eine große Investition und viel Kapital. Eine Wohngebäudeversicherung ist auch mit einer Eigentumswohnung sinnvoll. Hierbei läuft die Versicherung dann aber, in der Regel, über die Eigentümergemeinschaft. Bezahlt wird sie dann über das Hausgeld. Bestand vorher schon eine separate Feuerversicherung, so kann diese gekündigt werden, wenn die Wohngebäudeversicherung eine Feuerversicherung mit einschließt. Es sollte darauf geachtet werden, dass keine Versicherungslücke entsteht.

Anders sieht es bei fremdfinanzierten Häusern aus. Banken verpflichten künftige Haus- oder Bauherren in der Regel mit einer Wohngebäudeversicherung welche mindestens eine Feuerversicherung beinhalten muss.
Versicherungs-Tipp für Bauherren: Für Neubauten ist in diesem Fall die Neubauversicherung zu empfehlen, bei Bauzeiten von oft mehreren Monaten oder sogar Jahren bis zu Fertigstellung kann mit dieser Versicherung einiges an Beiträgessumme gespart werden, da die Neubauversicherung aufgrund ihres eingeschränkten Versicherungsschutzes einiges günstiger abgeschlossen werden kann und die Wohngebäudeversicherung vor Fertigstellung oft gar nicht und wenn viele Dinge versichern würde, welche noch gar nicht existieren. Hierzu zählt beispielsweise die optionale Glasversicherung, welche sich natürlich nur dann abzuschließen lohnt, wenn Fenster und Glastüren bereits eingebaut worden sind. Es ist jedoch wichtig, der finanzierenden Bank die Fertigstellung schnellstmöglichst mitzuteilen und den Versicherungsschutz am Ende der jeweilgen Bauphasen anzupassen, die Verantwortung hierfür trägt der Bauherr!

Was wird bei Wohngebäudeversicherungen oft ausgeschlossen?

Viele Wohngebäudeversicherungen zahlen nicht oder nur eingeschränkt für Schäden, welche vor der Fertigstellung des Gebäudes entstehen. Unfertige Gebäude können jedoch auch besser durch andere Versicherungen, wie etwa die Feuerrohbauversicherung, geschützt werden. Ist das Gebäude fertig gestellt, kann diese in eine Wohngebäudeversicherung umgewandelt werden. Die integrierte Feuerversicherung schützt allerdings nicht vor Kaminbrände oder Brände die durch Kerzen entstehen, grobe Fahrlässigkeit kann aber auf Wunsch bei manchen Versicherungsgesellschaften mitversichert werden, was sich allerdings deutlich in den monatlichen Beiträgen wiederspiegelt.

Ebenfalls nicht standardmäßig versichert ist ein Brand durch Überspannungsschäden oder Kabelbrand, hier greift jedoch je nach Tarif die Hausratversicherung für Haushaltsgeräte und Co. Der optionale Einschluss dieser Schäden kann in der Regel bei einigen Versicherungen auch nachträglich vereinbart werden.

Auch die grobe Fahrlässigkeit wird grundsätzlich erstmal nicht von der Wohngebäudeversicherung übernommen. Ein Beispiel hierfür ist ein Wasserrohrbruch im Winter, welcher entstanden ist, da nicht geheizt oder das Wasser nicht abgestellt wurde. Es gibt aber die Möglichkeit grobe Fahrlässigkeit mit in die Versicherung einzuschließen. Diese muss dann extra in der Versicherungspolice angegeben werden und aufgeführt sein.

Die Folgen von Unruhen, sowie Kriegsschäden werden ebenfalls nicht von der Gebäudeversicherung übernommen. Zwar beinhaltet die Wohngebäudeversicherung eine Leitungswasserversicherung, diese kommt aber nicht für witterungsbedingten Rückstau, Überschwemmungen, oder Grundwasserschäden auf. Hier kann sich der Abschluss einer ergänzenden Elementarschadenversicherung lohnen. Auch Schäden, welche durch defekte Aquarien entstehen sind hierdurch nicht versichert, da dieses Wasser nicht als Leitungswasser gezählt wird. Wichtig zu wissen ist außerdem, dass Sturmschäden nur übernommen werden, wenn die Windstärke bei mindestens acht liegt. Sturmschäden, welche durch undichte oder offene Fenster entstehen, werden meist auch nicht im Standard-Haustarif versichert, doch auch diese Schäden können je nach Versicherungsleistung als Elementarschäden inbegriffen sein.

Die Erweiterung der Wohngebäudeversicherung

Es gibt einige Deckungserweiterungen, wodurch das Risiko weiter minimiert werden kann. Hierzu zählt beispielsweise die Versicherung gegen grobe Fahrlässigkeit. Außerdem kann die Gebäudeversicherung durch eine Elementarschadenversicherung ergänzt werden. Aber auch hier muss auf die Leistungen geachtet werden, denn die Überschwemmung ist in den meisten regulären Elementarschadenversicherungen nicht enthalten. Auch Grundwasserschäden sind hierdurch nicht abgedeckt. Durch die Elementarversicherung können Vandalismus und Überspannungsschäden mit versichert werden. Vor allem für Eigentümer mit fest angebauten und teuren Elektrogeräten ist eine solche Erweiterung interessant und empfehlenswert. Es sollte zudem darauf geachtet werden, dass auch die Ableitungsrohre mitversichert werden. Hierzu zählen nicht nur die Rohre, welche sich auf dem Grundstück befinden, sondern auch die außerhalb.

Besonderheiten zur Wohngebäudeversicherung

Wer eine Gebäudeversicherung abschließt sollte darauf achten, dass Solaranlagen oder Photovoltaikinstallationen und freistehende Gebäude mit versichert werden, da die Wohngebäudeversicherung primär nur für Schäden am Haupthaus aufkommt. Zu den freistehenden Gebäuden gehören etwa Pavillons, Schuppen, Gartenhäuser, und Garagen. Diese Gebäude können aber in die Wohngebäudeversicherung eingeschlossen werden. Hierdurch wird zwar die Versicherungssumme und somit die Beiträge erhöht, da Nebengebäude jedoch meist mit einer wesentlich geringeren Höhe versichert werden müssen, kann der Schutz hier beinahe individuell nach Wunsch angepasst werden.

Ein Übersicht über die Gebäudeversicherung

  • versichert grundsätzlich Schäden am Haus, welche durch Hagel, Leitungswasser, Feuer oder Sturm entstehen
  • keine gesetzliche Pflichtversicherung, aber empfehlenswert für Besitzer von Häusern und Eigentumswohnungen
  • Elementarschäden durch Überschwemmung oder Überspannung müssen separat versichert werden
  • es sollte immer geprüft werden, welche Schäden übernommen und welche zusätzlich versichert werden müssen
  • grobe Fahrlässigkeit kann bei vielen Tarifen auf Wunsch mitversichert werden
  • Zusatzversicherungen sind vor allem bei besonderen Gefahren zu empfehlen, beispielsweise wenn das Haus an einem Hang, oder in der Nähe von Gewässern steht.
  • die Versicherungssumme sollte nicht nur einen evtl. notwendigen Neubau sondern auch Abrisskosten umfassen
  • Nebengebäude wie Garagen oder Gartenhäuser können optinal mitversichert werden
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