Die Tierhalterhaftpflicht

Schnell ist es passiert: Beim Gassi gehen sieht der Hund auf der anderen Straßenseite eine Katze, reißt sich von der Leine los um auf die andere Seite der Straße zu gelangen. Ein vorüberfahrendes Auto bremst stark ab, ein weiteres Auto fährt auf den gebremsten Wagen auf. Natürlich steht hier der Hundehalter in der Pflicht, der mit seinem Tier den Unfall verursacht hat. Wer eine Tierhalterhaftpflicht hat, kann sich in einem solchen Fall glücklich schätzen. Diese Versicherung wird in der Bundesrepublik Deutschland von den jeweiligen Ländern selbst geregelt. So ist eine Tierhalterhaftpflicht für Hunde in Nordrhein-Westfalen erst ab einer Größe von 40 cm von Nöten. Doch nicht nur Hunde können ihren Besitzer in finanzielle Schwierigkeiten bringen, auch für andere Tiere gibt es die Tierhalterhaftpflichtversicherung um den Besitzer des Tieres vor eventuellen Unfällen zu schützen

Welche Tiere können durch eine Tierhalterhaftpflicht versichert werden?

Der Hund ist der beste Freund des Menschen, beim täglichen Gassi-gehen ist das Potential für mögliche Unfälle natürlich sehr hoch. Doch auch Pferde können Aufgrund der Größe und des Gewichts natürlich erhebliche Schäden anrichten. Auch Schafe oder Kühe, die durch verschiedene Umstände auf die Straße gelangen und dort für Unfälle mit Personenkraftwagen verursachen, können versicherungstechnisch gefährliche Tierarten sein. Doch auch exotische Tiere, wie zum Beispiel eine Schlange oder ein Chamäleon dass während der Abwesenheit des Besitzers aus dem Terrarium ausbrechen und einen Feuerwehreinsatz zur Ergreifung des Tieres verursachen können für den Besitzer einen erheblichen finanziellen Verlust darstellen. Auch hier lohnt sich eine Tierhalterhaftpflicht.

Was kann in der Versicherung der Tierhalterhaftpflicht versichert werden?

Natürlich hängt hier die Art der Versicherung davon ab, welches Tier versichert werden soll. Außerdem sollte der Tierhalter vor Abschluss der Versicherung genau auf die beinhalteten Versicherungsfälle achten. Versicherungen wie die Tierhalterhaftpflicht werden heute von den meisten Versicherungen angeboten, unterscheiden sich aber oftmals deutlich im monatlichen Preis sowie in den versicherten Leistungen.
  • Ungewollter Deckakt

    Eine Tierhalterhaftpflicht für Hunde sollte auf jeden Fall mindestens einen ungewollten Deckakt versichern. Dieser Versicherungsfall ist einer der häufigsten Fälle in der Hundeversicherung. Nicht wenige Hunde büxen aus dem heimischen Garten aus um sich mit der Hündin aus dem Nachbargarten zu vergnügen. Nach wenigen Monaten ist der Haushalt ungewollt um einige Hundebabys reicher. Hier sollte die Tierhalterhaftpflicht greifen, die dann alle Tierarztkosten für die tragende Hündin sowie die Aufzucht der Welpen aufkommt. Oft wird in Versicherung dieser ungewollte Zeugungsakt, der rein rechtlich als Sachbeschädigung gilt, aus der Police ausgeschlossen. Der Hundehalter sollte diesen Versicherungsfall aber in jedem Fall mitversichern lassen. Übrigens ist der ungewollte Deckakt auch in der Pferdeversicherungeiner der am häufigsten auftretenden Versicherungsfälle.

  • Schäden an Mietsachen
    Hunde sind für die meisten Tierhalter ein Mitglied der Familie und darf natürlich auch im Urlaub nicht fehlen. Viele Hotels begrüßen heutzutage den vierbeinigen Freund des Menschen. Richtet dieser in den gemieteten vier Wänden des Hotels einen Schaden an, uriniert im Hotelfoyer oder kratzt an der Tapete, kommt hier die Tierhalterhaftpflicht ins Speil, denn dieser Fall ist ein klassischer Versicherungsfall für Tierversicherungen. Aber auch in den eigenen, angemieteten Wänden kann es durch die Haltung eines Tieres mit dem Vermieter zum Streit kommen. Ist durch den Hund der teure Fußboden zerkratzt oder hat die Katze an der Raufasertapete die Krallen geschärft, kann es spätestens beim Auszug des tierlieben Mieters mit dem Vermieter zum Streit kommen. Manche Versicherungen decken auch solche Schäden an Mietsachen ab.

Auf was muss beim Abschluss der Tierhalterhaftpflicht geachtet werden?

  • Leinenzwang für Hunde ausschließen
    In vielen Versicherungen wird der Leinenzwang für den geliebten Hund ausgeschlossen. Allerdings sollte man vor dem Abschluss der Tierhalterhaftpflicht genau darauf achten, ob diese Voraussetzung für den Versicherungsschutz des geliebten Tieres tatsächlich ausgeschlossen ist.
  • Auslandsschutz - Verreisen mit Tieren
    Wer mit seinem Tier verreist, muss unbedingt darauf achten, dass die abgeschlossene Tierhalterhaftpflicht auch im Ausland gilt. In der Regel sind allerdings Aufenthalte im Ausland für bis zu 12 Monaten am Stück versichert.
  • Fremdhüterrisiko - wenn Dritte auf das Tier aufpassen
    Wer einen Hund versichern möchte, muss beim Abschluss der Tierhalterhaftpflicht darauf achten, dass jegliche Schäden beim Ausgang des Hundes mit einer anderen Person außer dem Halter abgesichert sind. Alle anderen Personen , die nicht ausdrücklich Halter des Tieres sind, zählen versicherungstechnisch als nicht-Hüter. Geht zum Beispiel der Nachbar des Tierhalters mit dessen Hund spazieren, weil der Halter arbeiten oder erkrankt ist, müssen durch die Versicherung alle Schäden abgedeckt sein, die bei der Ausfischt des anderen Tierhüters passieren können.
  • Welpenschutz - Schutz ab Geburt für die Kleinen
    Wer Welpen züchten möchte oder seinen Hund hobbymäßig decken lassen möchte, sollte darauf achten, dass die Tierhalterhaftpflicht die neu geborenen Welpen der Hündin direkt ab Geburt mitversichern. Die meisten Hundeversicherer beinhalten diese Klausel, dass die jungen Welpen, die recht schnell großen Schaden anrichten können, bis zu 12 Monate nach der Geburt bei der versicherten Mutter mitversichert sind.
  • Haustier ist nicht gleich Arbeitstier
    Wer seinen Hund als gewerbliches Tier, also als Forsthund oder Schäferhund hält, muss bei seiner Tierhalterhaftpflicht andere Regeln einfordern, beziehungsweise besondere Vorschriften beachten.
  • spezielle Hunderassen - Kampfhunde und Listenhunde
    Je nach Bundesland gibt es unterschiedliche Bestimmungen für diverse Hunderassen, die im Rahmen der Kampfhundlisten eingestuft werden. Besonders aggressive Hunde, die als sogenannte Kampfhunde oder Listenhunde geführt werden, können nicht bei allen Versicherungen aufgenommen werden. Spezielle Anbieter von Tierhalterhaftpflicht bieten besondere Versicherungen für diese Tiere an. Allerdings ist die Tierhaltehaftpflicht für Hunde die als gefährlich eingestuft werden, teurer als die für die allgemein als friedlich anerkannten tierischen Artgenossen. Der Halter von Kampfhunden beziehungsweisen Listenhunden sollte sich bei seiner Gemeinde im Vorfeld genau erkundigen, welche Bestimmungen für die Haltung/Versicherung von diesen Hunderassen gelten.

Was wird nicht durch die Tierhalterhaftpflicht versichert?

  • Schäden an Personen aus der eigenen Familie
    Beißt ein Hund die Tochter des Halters oder fällt der Sohn des Tierbesitzers beim Spaziergang mit dem Hund auf die Straße, wird dieser Fall nicht von der Tierhalterhaftpflicht übernommen. Alle Familienmitglieder, die mit dem Eigentümer des Tieres zusammenleben, gelten versicherungstechnisch als Halter und können nicht gegen Übergriffe durch das Tier versichert werden.
  • Vorsätzlich entstandene Schäden
    Schäden, die vorsätzlich herbeigeführt wurden, werden durch die Tierhalterhaftplicht nicht ersetzt. Wird der Hund zum Beispiel dazu angeleitet, Dinge zu zerbeißen und beißt das Tier im Urlaubshotel dann die teuren Kissen kaputt, wird dieser Schaden nicht von der Tierhalterhaftpflicht ersetzt.
  • Verschulden durch ein drittes Tier
    Wird ein fremder Hund verletzt und zwei weitere Hunde von unterschiedlichen Besitzern sind an der Verletzung schuld, gilt die 50/50 Regel in der Tierhalterhaftpflicht. Die Schadensumme wird hierbei durch beide Tierhalter geteilt.
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