Die Sterbegeldversicherung

Mit einer Sterbegeldversicherung für den Trauerfall vorsorgen

Ein Todesfall innerhalb der Familie ist immer eine tragische Ausnahmesituation, die jeden fordert. Wer hier Vorsorgen und somit auch Verantwortung für sein eigenes Lebensabschnittsende wahrnehmen möchte, kann mit einer Sterbegeldversicherung entsprechend Vorsorge treffen. Denn diese sichert die Hinterbliebenen entsprechend ab und ist dazu gedacht, die Begräbniskosten oder auch weitere, individueller Vorstellungen zugrunde liegenden Kosten zu übernehmen. Also auch andere Ausgaben wie die Ausstellung der Sterbeurkunde oder des Erbscheines sowie die Errichtung eines Grabsteines und die Erstellung von Blumenkränzen und Trauerkarten können von dieser finanziellen Unterstützung getragen werden. Die Sterbegeldversicherung, auch wenn es für manchen etwas makaber erscheint, ist grundsätzlich eine sehr sinnvolle und auch beliebte Todesfallversicherung, da die hinterbliebenen Liebsten zusätzlich zur Trauerbewältigung nicht auch noch finanziell belastet werden.

Gesetzliches Sterbegeld ist ausgelaufen

Bis vor knapp zehn Jahren konnten Hinterbliebene im Trauerfall noch auf das staatliche Sterbegeld setzen. Doch seit dieses abgeschafft wurde, stellt die finanzielle Belastung durch Finanzierung eines würdigen Begräbnisses viele vor eine Herausforderung. Immerhin besteht in Deutschland eine Bestattungspflicht, das heißt, die unmittelbar Verwandten eines Verstorbenen müssen für dessen Beerdigung aufkommen und die Bestattungskosten sind meist in deutlich vierstelliger Höhe anzusetzen, selbst bei einfachen Begräbnissen. Mit einer Sterbegeldversicherung können diese Kosten jedoch entsprechend getragen werden und es findet trotz der Ausnahmesituation des Todesfalles eine würdige - oder besser gesagt, genau die Bestattung statt, welche sich der Vorsorgende für sich wünscht. Gerade wenn die Hinterbliebenen selbst finanziell stark belastet sind, so wie es oft bei Familien mit Kindern, den Hausraten und weiteren Lebenshaltungskosten ist, schafft die Sterbegeldversicherung schon mit sehr kleinen Raten eine optimale, finanzielle Sterbevorsorge.

Eine Sterbegeldversicherung ist eine Form der Kapitallebensversicherung

Wer sich für eine Sterbegeldversicherung interessiert, der sollte wissen, dass diese im wesentlichen eine Kapitallebensversicherung darstellt. Diese hat in dem Fall jedoch lediglich den alleinigen Zweck, sämtliche Bestattungskosten im Fall des Ablebens zu tragen. Wichtiges Merkmal einer Sterbegeldversicherung ist, dass die Versicherungssummen relativ gering und die Laufzeiten meist sehr lang sind. Dementsprechend gering fallen auch die notwendigen Beitragszahlungen bzw. Versicherungsprämien aus. Eine Sterbegeldversicherung ist explizit auf den Todesfall des Versicherungsnehmers ausgerichtet und kommt auch nur dann zur Auszahlung. Manche derartigen Policen sehen auch vor, dass die Versicherungssumme zu einem bestimmten, meist sehr hohen Lebensalter des Versicherungsnehmers erfolgen kann. Wieder andere Modelle der Sterbegeldversicherung haben den Zweck, dass sie tatsächlich am Lebensende auslaufen und im Anschluss die komplette Versicherungssumme an die Hinterbliebenen ausbezahlt wird.

Unterschiedliche Formen der Sterbegeldversicherung

Personen, die sich entschließen, eine Sterbegeldversicherung abzuschließen, haben grundsätzlich mehrere Optionen dazu. Es gibt Vertragsvarianten, die eine Versicherung mit oder ohne Gesundheitsprüfung vorsehen. Auch der Auszahlungspunkt kann - wie bereits erwähnt - unterschiedlich gestaltet sein. Für wen sich welches Modell der Sterbegeldversicherung tatsächlich lohnt, muss jeder im Einzelfall entscheiden. Wer sich die Frage stellt, ob diese Form der Absicherung tatsächlich für ihn persönlich sinnvoll ist, muss grundsätzlich nur für sich selbst darüber entscheiden, ob er für seinen Todesfall entsprechend vorsorgen und seine Liebsten absichern möchte. Grundsätzlich kann aber festgehalten werden, dass eine Sterbegeldversicherung immer dann Sinn macht, wenn die Hinterbliebenen die Kosten für die Bestattung aus eigener Tasche finanzieren müssten und keinerlei finanziellen Reserven vorhanden sind. Auch eine fehlende Lebensversicherung kann Personen animieren, eine Sterbegeldversicherung abzuschließen. Zum Beispiel macht es Sinn, dass jemand diese Police eingeht, wenn er aus gesundheitlichen Gründen keine Lebensversicherung mehr eingehen kann.

Auf die Höhe der Versicherungssumme bei der Sterbegeldversicherung achten

Wie bereits erwähnt, geht es bei der Sterbegeldversicherung darum, die Kosten der Beerdigung abzudecken. Die Spannbreite der Versicherungssumme liegt deshalb zwischen 1.000 Euro und 20.000 Euro, je nachdem welche Bestattungsformen der Versicherungsnehmer wünscht. Klar ist, dass je höher die Versicherungssumme ausfällt, desto höher sind auch die fälligen Beitragszahlungen. Wer etwa nur eine Feuerbestattung nach seinem Tod möchte, der kann mit einer niedrigeren Versicherungssumme das Auslangen finden. Wichtig ist, dass auf die nachfolgenden Kosten nach der Bestattung nicht vergessen wird. Dabei geht zum Beispiel um eine notwendige Grabpflege, die bei der Versicherungssumme ebenso berücksichtigt werden sollte. Experten empfehlen im Übrigen eine Versicherungssumme, die zwischen 6.000 Euro und 8.000 Euro liegt. Damit sind die durchschnittlichen Bestattungskosten abgedeckt und es besteht noch etwas Reserve für weitere finanzielle Aspekte.

Wichtige Vorteile einer Sterbegeldversicherung

Viele Anbieter einer Sterbegeldversicherung bieten zusätzliche Vorteile bei Vertragsabschluss an. Dazu gehört zum Beispiel, dass im Falle eines Unfalltodes die meist übliche Wartezeit entfällt. Meist wird dann unabhängig von der Vertragslaufzeit die vertraglich vereinbarte und garantierte Summe ohne weiteres ausbezahlt. Einige Anbieter verdoppeln bei Unfalltod sogar die Versicherungssumme. Ein weiterer positiver Aspekt ist, wenn im Tarif auch die Übernahme der Überführungskosten garantiert ist. Keinesfalls zu unterschätzen ist die Tatsache, dass bei einer Sterbegeldversicherung die Leistungen komplett einkommenssteuerfrei sind.

Unterschied zwischen Sterbegeldversicherung und Risikolebensversicherung

Wer sich noch nicht genauer mit der Sterbevorsorge beschäftigt hat, hört oft, dass eine Sterbegeldversicherung mit einer Risikolebensversicherung gleich gesetzt wird. Doch es gibt Unterschiede. Während die Risikolebensversicherung nämlich vor allem darauf ausgerichtet ist, dass Hinterbliebene durch eine hoch angesetzte Versicherungssumme im Todesfall des Versicherungsnehmers finanziell abgesichert sind, geht es bei der Sterbegeldversicherung einfach um die Abdeckung der Begräbniskosten. Gerade junge Familien, die vielleicht durch Hausbau, Ausbildung oder weitere finanzielle Belastungen in einer prekären Situation leben, sind mit einer Sterbegeldversicherung gut beraten. Sobald die Versicherung abgeschlossen ist, ist auch der Vertragsablauf festgelegt. Es besteht allerdings kein Versicherungsschutz mehr, sobald die vertraglich vereinbarte Laufzeit zu Ende ist. Damit erfolgt dann auch keine Auszahlung mehr, das ist bei der Sterbegeldversicherung anders geregelt.

In dieser Lebensversicherung wird Kapital angesammelt, weshalb auch die Verbundenheit zur kapitalbildenden Lebensversicherung besteht. Selbst wenn der Versicherungsnehmer sich entscheidet, die Versicherung vorzeitig, also vor seinem Ableben zu beenden, könnte der dort aufsummierte Betrag zur Auszahlung gebracht werden. Bei einer Risikolebensversicherung ist dies nicht möglich. Daher sollte genau unterschieden und abgewägt werden, welche Gefahren in welcher Höhe abgesichert werden sollen. Hierzu besteht natürlich auch die Möglichkeit, die Risikovorsorge auf mehrere Verträge aufzuteilen und somit die Vorsorge zu splitten. Wenn der Darlehensvertrag für die eigene Immobilie noch 20 Jahre läuft und das Haus dann abbezahlt ist, macht es keinen Sinn, weitere Beiträge für die Absicherung der Darlehenssumme zu zahlen. Die Sterbegeldversicherung kann jedoch ungehindert weiterlaufen. Hier wären also 2 verschiedene Verträge zur individuellen Absicherung sinnvoll.

Beim Vertragsabschluss auf einiges achten

Bevor jemand den Versicherungsvertrag für die Sterbegeldversicherung unterschreibt, sollte er einige Aspekte überprüfen. Dazu gehört, dass die gewählte Versicherungssumme auch tatsächlich die Kosten für die gewünschte Bestattungsform abdeckt. Um hier eine korrekte Berechnung vornehmen zu können, ist das Alter des Versicherungsnehmers ausschlaggebend. Wer noch sehr jung ist, wenn er die Versicherung abschließt, sollte einen Tarif mit verkürzter Dauer für die Prämien wählen. Auch wenn Tarife mit einer Beitragsbefreiung grundsätzlich einen höheren Monatsbeitrag vorsehen, steigt der Versicherungsnehmer bei Erreichen eines hohen Lebensalters auf lange Sicht gesehen günstiger aus. Zumal die Garantie für die Auszahlung der kompletten Versicherungssumme auch dann bestehen bleibt, wenn keine Prämien mehr einbezahlt werden. Sehr wichtig ist in jedem Fall, dass auf die Wartezeit geachtet wird. Wer einen Tarif ohne diese haben möchte, muss meist mit einer Gesundheitsprüfung rechnen. Dabei müssen vor allem die im Vertrag vorgesehenen Ausschlusskrankheiten angegeben werden.

Vertragliche Änderungen sind jederzeit möglich

Sobald sich eine Person für eine Versicherung zur Übernahme der Begräbniskosten entschieden hat, ist der Vertragsbeginn relevant. Denn wenn nicht der folgende Monat ausgewählt wird, kann sich eventuell die Höhe der Beiträge aufgrund einer getätigten Neuberechnung verändern. Eine wichtige Entscheidung bei Vertragsabschluss ist, wer im Todesfall die Versicherungssumme ausbezahlt bekommen soll. Es liegt auf der Hand, dass dabei eine Person des Vertrauens gewählt werden sollte, welche auch für die Begräbniskosten verantwortlich sein wird, damit dieser nicht eine böse Überraschung "im Falle das" erlebt und letztendlich doch auf den Bestattungskosten sitzenbleibt. Grundsätzlich besteht aber auch jederzeit die Option, genauso wie die Änderung von Bezugsberechtigungen bei ähnlichen Versicherungen auch, dies wieder zu ändern und jemand anderen zu benennen. Dazu genügt eine einfache Verständigung bzw. schriftliche Nachricht an das Versicherungsunternehmen und der Vertrag wird dahingehend geändert. Sobald dies durchgeführt ist und eine neue Police ausgestellt wurde, tritt die Änderung in Kraft und wird umgesetzt werden.
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