Der Ratenkredit

Der klassische Ratenkredit hat in den letzten Jahren immer mehr an Bedeutung gewonnen und ist für viele Kreditnehmer aufgrund seiner vielseitigen Möglichkeiten ihn einzusetzen sehr beliebt. Insbesondere die Finanzierungen verschiedener privater und gewerblicher Vorhaben wird über Ratenkredite ermöglicht und stellt somit sogar für Selbstständige eine interessante Alternative zu teuren Dispokrediten oder langjährigen, unflexiblen Darlehen dar.

Um einen derartigen Kredit erfolgreich abschließen zu können, ist es notwendig, über Allgemeines zum Ratenkredit Bescheid zu wissen. Aber auch die Vorteile, die Risiken und Besonderheiten eines Ratenkredits zu kennen kann sich als enormer Vorteil erweisen, insbesondere dann, wenn der Kredit beispielsweise durch Sonderzahlungen vorzeitig abgelöst werden soll. Letztlich ist es von großer Wichtigkeit, über Formalitäten und den Ablauf der Tilgung von Ratenkrediten informiert zu sein, um diese in angemessener Weise bewerkstelligen zu können.

Was zeichnet einen Ratenkredit aus?

Der Ratenkredit, auch als installment loan bezeichnet, ist eine besondere Art des Kredits. Er zeichnet sich vor allem zur gleichbleibend hohe Tilgungssummen pro festgelegten Zeitraum aus. Bereits in dem Wort selbst wird die Besonderheit des Ratenkredits deutlich. Der Ratenkredit ist einerseits ein Kredit, dieser wird aber in Raten bzw. Tilgungsraten wieder zurückbezahlt. Gesetzlich ist der Kredit auf Raten eine Form des Darlehens, das in Teilzahlungen in jeweils gleicher Höhe wieder abzubezahlen ist.

Dies hat zur Folge, dass anfangs aufgrund noch höherer Rückzahlungssumme auch die Zinsen entsprechend hoch sind, die Tilgung steigt jedoch mit zunehmendem Anteil an der monatlichen Rate, sobald die gesamte Kreditsumme sich verringert. Das heißt, dass gerade anfangs noch wenig Tilgungsvolumen in den Kreditraten enthalten ist und eine vorzeitige Rückzahlung des Annuitätendarlehens hier eine hohe Sondertilgung erfordert. Für sehr kurzfristige Finanzierungen empfiehlt sich also eher der Dispokredit über ein Girokonto, selbst wenn die Dispozinsen hier meist deutlich höher sind, sollte für Zeiträume deutlich unter einem Jahr eher die Dispo-Variante gewählt werden.

Verwendungsmöglichkeiten eines Kredits

Ratenkredite können von Selbstständigen, privat, aber auch von Unternehmen in Auftrag gegeben werden. Die Rückzahlung erfolgt dabei "pro rata temporis", also zeitanteilig gleich. Eine Finanzierung dieser Art lohnt sich immer dann, wenn eine größere Geldsumme kurzfristig benötigt und bequem über einen längeren Zeitraum in monatlichen, festen Raten zurückgezahlt werden soll. Ob Autokauf, Wohnungseinrichtung oder Warenkauf für das eigene Unternehmen - ein Ratenkredit ist für mittelfristige Zeiträume bis hin zu einigen Jahren oft eine attraktive Art der Finanzierung.

Selbst wenn die Fenster am Haus oder das Dach erneuert werden müssen, kann ein Ratenkredit noch eine interessante Alternative sein. Sogar dann noch, wenn schon eine Baufinanzierung besteht kann das Darlehensvolumen - eine ausreichende Bonität vorausgesetzt - mit der neuen Kreditsumme aufgestockt werden um so finanzielle Engpässe über einen bestimmten Zeitraum zu umgehen. Hierbei sollte jedoch darauf geachtet werden, dass der Ratenkredit mit einer hohen Kreditsumme bevorzugt mit Sondertilgungen reduziert wird, da hier die deutlich höheren Zinsen anfallen. Optimal ist natürlich immer die vorherige Ansparung um solche Engpässe vermeiden zu können, idealerweise bei Bauvorhaben aber auch bei vielen anderen Bedarfen ist hier zum Beispiel ein Bausparvertrag geeignet.

Kredit für Selbstständige

Besonders ist auch, dass der Ratenkredit nicht nur auf das Bankwesen beschränkt ist, sondern auch im Warenhandel oder im Alltag von Bedeutung ist. Gerade im Handel von Waren, besonders beim Versandhandel, ist er die Basis des Zahlungsgeschäftes in Teilen. Dieses Geschäft der anteiligen Rückzahlung erfolgt, wenn der Schuldner nicht in der Lage ist, den geforderten Betrag, also die Schuld, auf einmal zu begleichen.

Auch für saisonale Gewerbe wie die Gastronomie kann ein Ratenkredit für Selbstständige vorteilhaft sein, um Gastronomiebedarf jeglicher Art anzuschaffen. Während Löhne für Kellner, Koch & Co. teils eher aus Dispokrediten außerhalb der Saison bedient werden, können mobile oder immobile Gegenstände über einen längeren Zeitraum finanziert werden um zugleich die Liquidität nicht zu gefährden.

Auch das so genannte Anschreiben in Kneipen oder Restaurants ist eine Form des Kredits auf Raten. Der Ratenkredit wird dann nach der schriftlichen Fixierung der Höhe in zuvor im Einvernehmen bestimmten Raten zurückbezahlt. Die Verbindlichkeit der Zahlung des Kredits wird eben genau durch das schriftliche Festhalten der Höhe der Raten beim Ratenkredit erreicht. In Kneipen werden diese schriftlichen Fixierungen oftmals auf Bierdeckeln vorgenommen, daher ist auch diese Form ein Ratenkredit. Insofern kann gesagt werden, dass das Anschreiben auf Bierdeckeln auch eine Möglichkeit der klassischen Lieferantenkredite auf Raten darstellt.

Sonderkredite im Gewerbe

Da der Ratenkredit nicht nur auf Teilzahlungen im Bankwesen und in der Gastronomie gängig ist, besteht auch die Möglichkeit des Einsatzes im Versandhandel. Dort wird im Rahmen eines offenen Buchkredits oder eines so genannten ungeregelten Kredits auch eine bestimmte Summe, die der Schuldner zu begleichen hat angeschrieben. Wichtig ist, dass der Kunde des Einzelhandels nicht unbedingt die festen Raten zu begleichen hat und den zuvor bestimmten Zeitrahmen ganz einhalten muss. Sicherlich ist die Maximumzeit der Raten zu beachten und verbindlich, Raten können aber auch, falls plötzlich mehr Geld zur Verfügung steht, auf einmal beglichen werden.

Auch für Wiederverkäufer können oft beim Großhandel längere Zahlungsziele über mehrere Wochen freigegeben werden, somit hat dieser die Möglichkeit Waren schon direkt nach Erhalt zu veräußern und mit Hilfe von Umsatz und Erspartem oder einem Kredit die angeschafften Waren zu bezahlen. Im Gegensatz dazu werden Kredite in Raten von Kreditinstituten unter werblichen Namen vergeben. In Österreich und in der Schweiz werden Ratenkredite unter dem Begriff Schalterkredit oder Abstattungskredit dem Schuldner dargeboten.

Ratenkredit Abwicklung und Laufzeiten

Da Kredite auf Raten oftmals standardisierte Finanzprodukte der Bank sind, sind sie für Privatkunden ebenso geeignet wie für Firmen. Je nach Höhe haben die Ratenkredite eine Laufzeit von bis zu 120 Monaten. Allerdings ist die Länge der Laufzeit von der Höhe der Gesamtsumme und der Teilraten abhängig. Ratenkredite können etwa bis zu einer Höhe von 75000 Euro angeboten werden. Umso kleiner der Gesamttilungsbetrag ist, desto geringer die Laufzeit und die monatliche Tilgungsrate.

Eine sehr häufige Kreditart ist hierbei der Autokredit mit Laufzeiten von 36 bis 60 Monaten. Besonders attraktiv sind dabei Ratenkredite mit kostenfreier Sondertilgungsmöglichkeit in voller Höhe. Läuft der Kredit beispielsweise über 60 Monate, das KFZ wird aber nach 3 Jahren verkauft, kann die Kreditsumme durch den Verkaufserlös getilgt werden. Natürlich vorausgesetzt, dass der Wert beim Verkauf in ausreichender Höhe ist, kann somit der Ratenkredit vorzeitig abgelöst werden.

Was viele nicht wissen: Die Schufa wird durch einen Kredit selbstredend beeinflusst, eine vorzeitige Rückzahlung wird jedoch als positiver Faktor gewertet, da dies bedeutet, dass der Schuldner nicht nur seinen Verpflichtungen nachgekommen ist, sondern zudem über genügend finanzielle Mittel verfügt um eine vorzeitige Kredittilgung zu gewährleisten. Auch für Gewerbetreibende ist diese also eine interessante Alternative um die Liquidität zu erhöhen und gleichzeitig die Schufa bestmöglichst positiv zu beeinflussen.

Wann wird ein Ratenkredit gewährt?

Beim Ratenkredit, vor allem bei geringeren Beträgen, handelt es sich vornehmlich um einen Blankokredit, der als Blankodarlehen gewährt wird. Dies bedeutet, dass keine Stellung von besonderen Sicherheiten notwendig ist. In den meisten Fällen genügt ein regelmäßiges Einkommen und ein Nachweis darüber, um einen Ratenkredit antreten zu können. Bei Selbstständigen und Gewerbetreibenden wird anstatt der Gehaltsnachweise die Bilanz oder alternativ die Gewinn- und Verlustrechnung eines bestimmten Zeitraumes zugrunde gelegt. Stimmen die Einnahmen, steht auch der Gewährung eines Kredit für Selbstständige nichts im Wege.

Bei der Tilgung der einzelnen Raten in jeweils gleicher Höhe pro Monat wird bereits der Einbezug von Gebühren berücksichtigt. Eine Bearbeitungsgebühr ist grundsätzlich nicht zwingend, wird aber trotzdessen öfters noch erhoben. Dabei ist zu beachten, dass die Zinsen bei den jeweiligen Raten beim Ratenkredit höher als etwa bei Finanzierungen von Immobilien ausfallen, aber oft geringer als bei Dispos sind. Dies hängt zum Einen mit der Laufzeit und zum Anderen mit der zugrunde gelegten Zinshöhe zusammen. Auch die Tilgungsrate ist entscheidend, im Gegensatz zum Immobiliendarlehen ist sie beim Ratenkredit jedoch vorgegeben und ergibt sich anhand des Zinses und der Laufzeit.

Insgesamt sollte auch angemerkt werden, dass die Gebühren für die Bearbeitung der Kredite meist in der Regel zwischen zwei und vier Prozent liegen. Eine Nacherhebung von Gebühren im Rahmen von Zinsen im Nachhinein ist inzwischen verboten. In der Regel werden aber die zu leistenden Zinsen meist bonitätsabhängig beim Ratenkredit festgelegt, sodass die Zinsleistungen bei unterschiedlichen Krediten anders sein können. Die Bonität ist also ebenfalls ausschlaggebend beim Ratenkredit. Gerade Selbstständige werden daher oft bei der Kreditvergabe benachteiligt, da ein regelmäßiges Einkommen in Anstellung sicherer und zuverlässiger gewertet wird als die Einnahmen eines Gewerbetreibenden.

Eine Zinssenkung kann jedoch je nach Kreditgeber erreicht werden, wenn Sicherheiten in gleicher Höhe der Kreditsumme entsprechend zur Verfügung gestellt werden. Sollte der Kredit nicht zurückgezahlt werden können, greift die Kreditbank auf die meist in Form von Festgeldanlagen oder Lebensversicherungen hinterlegte Sicherheit zurück und bedient somit die offene Kreditsumme. Trotzdessen ist diese Variante sehr interessant um beispielsweise entweder das vorhandene Kapital um das Doppelte aufzustocken oder um langfristige Kapitalanlage nicht aufkündigen zu müssen. Wer jedoch alternativ über eine kapitalbildende Lebensversicherung mit genügend Rückkaufswert verfügt, kann diese ebenso - meist sogar mit sehr guter Verzinsung - beleihen.

Fazit zum Ratenkredit

Ob man einen Ratenkredit als beste Wahl zur Finanzierung bezeichnen kann, hängt also von einigen Faktoren ab. Zu beachten gilt es auch, dass heute mitunter zahlreiche Händler oder Versicherungen Ratenkredite anbieten. Als Vermittler von Krediten allgemein und von Ratenkrediten der Banken wird in diesem Zuge gleich eine Restschulversicherung mit abgeschlossen. Diese hat einerseits den Sinn und Vorteil bei Zahlungsunfähigkeit einzutreten und unter Auflagen die Restschuld zu begleichen, was aber mit einem erheblichen Mehrkostenaufwand aufgrund der hohen Kosten der Finanzierung der Versicherung verbunden ist.

Nicht selten werden damit nur unnötig weitere hohe Kosten für den Schuldner verursacht, die am Ende umsonst sind, wenn der Ratenkredit getilgt wurde. Damit wird der Schuldner nicht nur durch die Raten selbst und die dazugehörigen Zinsen, sondern auch noch durch eine Versicherung finanziell belastet. Ist der Arbeitsplatz jedoch generell etwas unsicher, kann eine Absicherung bei Arbeitslosigkeit sinnvoll sein. Es gilt immer zu bedenken, dass Ratenkredit meist über mehrere Jahre laufen und hier alle größeren Risiken bestmöglich einkalkuliert und abgefangen werden sollten.

Ein weiterer Punkt von Ratenkrediten kann sein, dass diese in Höhe und Dauer an die Schufa gemeldet werden. Diese Eintragung bei der Schufa kann zum einen vorteilhaft sein, denn ein positiver Eintrag durch regelmäßige Tilgung erhöht die Kreditwürdigkeit. Andererseits wird bei fehlenden Raten durch Ratenkredite schnell ein negativer Eintrag fällig, sodass die Kreditwürdigkeit wieder herabgesetzt werden kann. Die Frage ist daher: Was ist die Alternative? Dispo, Beleihung der Kapitalanlage oder des Hauses sind nicht in jedem Fall sinnvoll, die Beantragung und Ableistung eines Ratenkredites kann somit Fluch und Segen zugleich sein.

Geprüft werden sollte dabei im Vorfeld immer, ob sich das Aufnehmen eine Kredites auf Raten tatsächlich lohnt. Beim Autokauf kann der Ratenkredit beispielsweise dann sinnvoll sein, wenn die Hausbank oder der Autohändler einen Kredit mit gleicher oder schlechterer Verzinsung anbieten, was häufig der Fall ist, gerade bei Hausbanken. Doch selbst wenn der angebotene Kredit auf den ersten Blick verlockender aussieht, kann das ausgezahlte Kapital eines alternativen Ratenkredites zur Barzahlung beim Autohäusern verwendet werden, wodurch diese oft zusätzliche Rabatte auf den Kaufpreis gewähren. Vor jedem Antrag eines Kredits ist also vor allem zu berücksichtigen, ob der Kostenaufwand im Verhältnis zum Nutzen, welcher der Kredit auf Raten bringt, in Relation steht.

Als Fazit kann festgehalten werden, dass diese Form des Kredits sich nur bei wirklich notwendigen Anschaffungen lohnt und nur dann aufgenommen werden sollte, wenn es keine andere Möglichkeit der Finanzierung gibt. Nur auf diese Weise können unnötige Kosten durch Zinsen, der Druck der monatlichen finanziellen Verpflichtungen oder sogar ein negativer Schufaeintrag durch den Ratenkredit vermieden werden. Wer generell bedächtig mit vorhandenem Kapital sowie mit Fremdgeldern umgeht, wird auch langfristig jegliche Überschuldung durch einen vernünftigen Umgang mit seinen Finanzen vermeiden können.

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