Bausparen & Bausparvertrag

Der Bausparvertrag - Altersvorsorge, Kapitalanlage, Baufinanzierung - in Einem

Es gibt kaum eine bessere Altersvorsorge, als ein Wohneigentum. Und ein Bausparvertrag stellt aufgrund seiner Verzinsung in der Ansparphase sowie bei Inspruchnahme eines Darlehens optimale Konditionen bereit. Schon seit Generationen bewährt sich das Bausparen als Finanzierungsmodell, um den Traum vom Eigenheim zu verwirklichen. Doch auch als Kapitalanlage hat sich dieses Modell, aufgrund einer Verzinsung die oft wesentlich höher gegenüber einer normalen Festgeldanlagen ist und zugleich sehr hohe Flexibilität bezüglich der Verfügbarkeit des angesparten Geldes bietet, bewährt und ist besonders bei den Deutschen Sparern sehr beliebt.

Ein Drittel aller Deutschen "bausparen"

Laut einer Statistik der Deutschen Bundesbank haben etwa ein Drittel aller Deutschen einen Bausparvertrag abgeschlossen. Das ist aufgrund der vielen Vorteile des Bausparen auch absolut nachvollziehbar, da der Vertrag im Grunde mehrere Funktionen in einem Modell vereint und zugleich eine in der Finanzwelt ungewohnte und herausragende Flexibilität in Bezug auf die Verwendung des angesparten Kapitals bietet. Innerhalb der statistischen Erfassung der Bausparer wird sowohl auf öffentlich-rechtliche, als auch auf private Bausparkassen zurückgegriffen, wobei alle Kassen nach einem Kollektiv-Prinzip handeln: Alle Bausparer zahlen in einen gemeinsamen Topf ein, aus dem wiederum Darlehen vergeben werden.

40.000 Euro durchschnittlich

Die durchschnittliche Darlehenssumme aller Bausparverträge innerhalb Deutschland liegt bei etwa 40.000 EUR. Hierbei fließen jedoch auch Verträge ein, die zum Beispiel zur Ausbildungsvorsorge oder für Kinder geschlossen wurden, welchen der spätere Start in die eigenen vier Wände leicht(er) gemacht werden soll. Denn diese Summe reicht für einen gewöhnlichen Immobilienkredit natürlich nicht aus. Es ist aber die flexible Kombination aus Sparplan und Immobiliendarlehen, die das Bausparen zu einer perspektivisch sicheren Anlage macht und die künftige Finanzierungsbelastung für ein Wohneigentum verringert. Weiterhin können auch später Bausteinartig weitere Bausparverträge mit anderen Summen geschlossen werden. So fallen auch die Bearbeitungsgebühren nicht auf einmal sondern erst bei erneuten Bedarf an.

Wie sich der Bausparvertrag zusammensetzt

  • Ansparphase
    Bausparen bedeutet eine Kombination aus zwei Verträgen abzuschließen: einem Sparplan und einem Immobiliendarlehen. Nach Festlegung der gewünschten Kreditsumme werden, je nach Vertrag, 30-50% der Kreditsumme auf einem Guthabenkonto angespart, überwiegend wird in etwa die Mitte, also 40% Ansparung, als Bausparziel vorgegeben. Ist die erforderliche Sparsumme erreicht, so wird der Vertrag zuteilungsreif, das heißt das Darlehen kann ausgezahlt werden. Da ein hoher Anteil an Eigenkapital angespart wurde, welche als Eigenmittel zugrunde gelegt werden können, wird die Finanzierung einer Immobilie mit attraktiven Zinsen zum Einen erleichtert und zum Anderen aufgrund einer meist niedrigeren Verzinsung gegenüber Vollfinanzierungen sehr interessant für den künftigen Bauherren.

    Da die Bausparkasse aus dem vorhandenen Topf nur eine bestimmte Anzahl an Darlehen pro Monat vergeben kann, ist neben der Zuteilungsreife auch die sogenannte Bewertungszahl ein Faktor für die Verteilung der Kredite. Diese zeigt Dauer und Höhe der Sparleistung an und dient einer fairen Vergabe der Darlehen. So kann sichergestellt werden, dass die Geldanlage sich sinnvoll und risikominimierend innerhalb der Gemeinschaft attraktiv verzinsen kann und das Bausparprinzip stabil bleibt.
  • staatliche Förderung
    Ein weiterer vorteilhafter Aspekt des Bausparens ist die Möglichkeit einer staatlichen Förderung. Da der Bausparvertrag dem Vermögensaufbau dient, können vermögenswirksame Leistungen in Anspruch genommen werden. Dies ist eine zusätzliche finanzielle Leistung des Arbeitgebers und beträgt höchstens 40,00 EUR im Monat. Bei einem bestimmten Einkommen kann die Arbeitnehmerzulage in Anspruch genommen werden. Dies ist eine staatliche Förderung der vermögenswirksamen Leistungen und kann bis zu 246,00 EUR im Jahr betragen.
    Zusätzlich kann beim Bausparen die Wohnungsbauprämie beantragt werden, wenn eine bestimmte Einkommensgrenze nicht überschritten wird. Des Weiteren können Steuervorteile und Zulagen durch Riester-Förderung erreicht werden. Staatliche Zuschüsse können bei einer vorzeitigen Kündigung des Vertrages entfallen, da diese zumeist abhängig von der Dauer des Sparens sind.
  • Guthaben und Verfügbarkeit
    Im Gegensatz zu Sparplänen ohne Bauvorhaben, ist das Bausparen besonders flexibel. Die Höhe und Regelmäßigkeit der Sparraten kann individuell festgesetzt und sogar zwischenzeitlich ausgesetzt werden. Zudem ist der Vertrag während der Sparphase jederzeit kündbar. Der Guthabenzins unterliegt zwar Kursschwankungen und kann niedriger als bei einem Tagesgeldkonto sein, im Schnitt verliert das Bausparen jedoch hierdurch nicht an Attraktivität, der Zins im Schnitt anhand der Jahre während der Einzahlungsphase auch höher sein kann gegenüber anderen vergleichbaren Geldanlagen.
  • optionales Immobiliendarlehen
    Das Immobiliendarlehen selbst muss bei Zuteilungsreife für wohnwirtschaftliche Zwecke eingesetzt werden (BauSparkG, §1 Abs.3). Folglich wird es für den Bau oder Kauf, die Modernisierung, oder den Umbau einer Immobilie eingesetzt. Dabei ist der Bausparvertrag zugleich eine Versicherung gegen steigende Zinsen. Der Darlehenszins wird bei Vertragsabschluss festgelegt. Folglich ist Bausparen besonders sinnvoll, wenn die Zinsen gerade niedrig sind und perspektivisch steigen werden. Anders als bei gewöhnlichen Krediten, sind für das Darlehen jederzeit Sondertilgungen möglich.

Variationen des Bausparvertrags

Bausparen wird häufig als Sparanlage für Kinder gewählt. Die Variante ist besonders beliebt, da nicht nur dem Kind das lange Sparen abgenommen wird und es auf sein Guthaben zusätzlich Zinsen erhält, welche in der Regel deutlich besser gegenüber jedem normalen Sparbuch sind, sondern auch weil Kinder und Jugendliche zumeist Sonderkonditionen erhalten:

Im Alter von 16 bis 25 Jahren erhält jeder Jugendliche Wohnungsbauprämie, die jedoch in diesem Zeitraum nicht, wie sonst verpflichtend, für wohnwirtschaftliche Zwecke genutzt werden muss. Das Geld aus der Förderung kann beliebig verwendet werden, etwa zur Anschaffung eines Autos.

Weiterhin sind die Verträge für Kinder oft besser verzinst und noch flexibler. Den größten Anreiz stellt jedoch das Sichern von aktuell niedrigen Zinsen für die Zukunft dar. Der Vertrag kann unmittelbar auf den Namen des Kindes abgeschlossen, oder später auf das Kind umgeschrieben werden. Eine Sparsumme von 43 EUR pro Monat ermöglicht die höchste Förderung bei zugleich optimaler Nutzung des niedrigen Guthabenzins im Vergleich zu einem Tagesgeldkonto.

Auch für Rentner, die bereits Wohneigentum besitzen, kann sich Bausparen lohnen. Zunächst erhalten auch Rentner die Wohnbauprämie, wenn Rente oder Pension die einzige Einnahmequelle darstellen und sie somit unter der verlangten Einkommensgrenze liegen. Weiterhin können gerade bei älteren Immobilien perspektivisch Sanierungs- oder Umbaumaßnahmen nötig werden. Da ein regulärer Kredit im Rentenalter nur selten vergeben wird und die Summe des Bausparvertrags zumeist nicht hoch ausfällt, ist das Bausparen hier als lohnende Vorsorge zu sehen.

Sollte sofort ein Darlehen benötigt werden, so bietet sich die Bausparsofortfinanzierung, auch als Kombidarlehen oder Konstantdarlehen bekannt, an. Hier wird ein Bausparvertrag mit einem weiteren Immobiliendarlehen verknüpft, welches unmittelbar aufgenommen, jedoch noch nicht getilgt wird. Stattdessen wird in den Bausparvertrag eingezahlt. Die gesparte Summe wird nach Ablauf einer Frist genutzt um das Darlehen zu tilgen. Anschließend werden die Raten für den Kredit aus dem Bausparvertrag bezahlt. Vorteilhaft hieran ist, dass die Zinsen für die gesamte Laufzeit des Kombivertrags festgesetzt sind.

Die meisten Bausparverträge bieten die Option, bei Erreichen der Zuteilungsreife das angesparte Guthaben auszuzahlen, ohne einen Kredit in Anspruch zu nehmen, oder weiter zu sparen. Darüber hinaus kann bereits bei Vertragsabschluss feststehen, dass kein Darlehen gebraucht wird. Dann ist der Vertrag als reine Sparanlage zu verstehen. Oftmals wird hierfür ein Zinsbonus angeboten. Lohnend ist diese Variante, wenn die gebotenen Zinsen besonders hoch sind und Sparraten genau eingehalten werden können.

Worauf beim Abschluss eines Bausparvertrags zu achten ist

Zunächst ist es ratsam, das Ziel festzustecken, welches beim Bausparen erreicht werden soll. Daraufhin können Anbieter verglichen werden, um das optimale Angebot für das jeweilige Vorhaben herauszufiltern. So ist es etwa, bei einem konkret absehbarem Bauvorhaben, sinnvoll eine kürzere Sparzeit zu vereinbaren, bei der jedoch ein höherer Guthabenzins gegeben ist. Auch sollte auch auf die Darlehensverzinsung, welche meist von Anfang an im Bausparvertrag festgelegt wird, geachtet werden. Alternativ könnte aber natürlich auch das verzinste Guthaben aus dem Bausparvertrag bei Zuteilungsreife entnommen und für das Hausdarlehen bei einem anderen Anbieter mit besserer Verzinsung oder auch für einen beliebigen Kauf mit anderer Verwendung genutzt werden. Das angesparte Kapital steht am Ende der Laufzeit zur freien Verfügung.

Ein Bauspar Vergleich der Anbieter lohnt auch in Hinsicht auf Zinsen und Kosten. Es sollte, wenn nicht andere Konditionen geboten werden, auf niedrige Darlehenszinsen und hohe Guthabenzinsen geachtet werden. Doch auch die Abschlusskosten (in der Regel 1% - 1,6% der Bausparsumme) und Kontoführungsgebühren (etwa 20EUR/ Jahr) können unterschiedlich hoch ausfallen. Hier lohnt sich Bausparverträge auch auf die anfallenden Gebühren hin zu vergleichen, damit gerade Bausparverträge mit niedriegen Summen am Ende nicht teuerer werden als bei einem anderen Anbieter mit niedrigeren Gebühren und auf den ersten Blick vermeintlich schlechterer Verzinsung.

Auch eine Mehrzuteilung, das heißt die Möglichkeit das Darlehen nach Vertragsabschluss zu erhöhen, ist nicht immer im Vertrag enthalten, beziehungsweise auch hier können Gebühren anfallen. Ebenso verhält es sich mit Wahlzuteilung, der Möglichkeit zur vorzeitigen Zuteilung des Darlehens. Ein weitere wichtiger Punkt ist die Frage, wie die Bewertungszahl für eine schnellere oder entgegen der üblichen Laufzeit gewählten vorzeitige Auszahlung erhöht werden kann. Gerade wenn ein Darlehen zu einem bestimmten Zeitpunkt benötigt wird, kann dies von Bedeutung sein und die meisten Bausparkassen haben hier entsprechend ihre eigenen Modellvarianten.

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